Eine Stimme, die die Herde kennt
Alheda'a ist die Art, wie Hirten mit ihren Kamelen sprechen: eine mündliche, vielstimmige Ausdrucksform, rhythmisch und von der Dichtung inspiriert, mitunter begleitet von Gesten oder Musikinstrumenten.
Jeder Hirte verwendet eine eigene, unverwechselbare Folge von Lauten, an die sich die Kamele gewöhnt haben.
Was die Rufe bewirken
Mit diesen Rufen führen Hirten ihre Kamele durch Wüste und Weideland zu Wasser und Futter und sammeln sie zum Melken. Bei Gefahr, etwa einem Sandsturm, bringen die Rufe die Herde rasch zusammen. Sie dienen auch dazu, Kamelen beizubringen, rechts von links zu unterscheiden, auf Aufforderung das Maul zu öffnen und sich zum Aufsitzen niederzuknien.
Vor allem aber stiftet Alheda'a eine Bindung zwischen Kamel und Hirte und unter den Hirten selbst. Kinder lernen es, indem sie erwachsene Verwandte auf ihren täglichen Gängen begleiten. Die UNESCO nahm es 2022 in ihre Liste auf.