Eine Oase in den Chroniken
Dumat al-Dschandal liegt rund 40 km von Sakaka entfernt, der Hauptstadt der Region al-Dschauf. Erstmals erscheint die Stadt in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. Chr., als der assyrische König Sanherib gegen sie zu Felde zog; bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. blieb sie unter assyrischer Herrschaft, und 555 v. Chr. nahm der babylonische König Nabonid sie ein.
Die Burg Marid erhebt sich auf einem Hügel über der Altstadt, aus Stein und Lehm erbaut, mit vier Türmen, zwei Brunnen und zwei Toren. Grabungen an ihrem Fuß förderten nabatäische und römische Keramik zutage. Eine Tafel hält fest, dass Königin Zenobia von Palmyra sie nicht einnehmen konnte, und überliefert den ihr zugeschriebenen Ausspruch: „Marid trotzte, und al-Ablaq hielt stolz stand.“
Moschee und Altstadtviertel
Neben der Burg steht die Omar-bin-al-Khattab-Moschee, 637 auf Geheiß des Kalifen auf seiner Reise nach Jerusalem erbaut und nach dem Vorbild früher Moscheen wie der Prophetenmoschee gestaltet. Ihr Minarett in der Südwestecke ist rund 12,7 m hoch.
Ringsum liegt das Viertel al-Dar'i: terrassenförmig angelegte Steinhäuser, manche zweigeschossig und mit Tamarisken und Palmwedeln gedeckt, verbunden durch Gassen unter Bögen. 2020 wurde die Oase in die Liste des islamischen Welterbes der ISESCO aufgenommen, und ihr See zählt heute zu den wichtigsten Anziehungspunkten der Region.