Essen · Khawlani-Kaffee

Khawlani-Kaffee aus den Bergen von Dschasan

Die Stämme der Khawlan bauen ihn seit mehr als 300 Jahren auf den Terrassen der Berge von Dschasan an; die UNESCO nahm Wissen und Praktiken dazu 2022 auf Vorschlag Saudi-Arabiens auf.

Der UNESCO-Eintrag

2022 nahm die UNESCO auf der 17. Tagung des Zwischenstaatlichen Komitees „Wissen und Praktiken rund um den Anbau von Khawlani-Kaffeebohnen“ in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf, auf Vorschlag Saudi-Arabiens.

Die Khawlan und der Name

Der Khawlani-Kaffee ist nach dem Stamm Khawlan bin Amer benannt, dessen Gebiete in den Bergen zwischen Saudi-Arabien und Jemen liegen. Er wächst im Hochland von Dschasan; Saudipedia beschreibt ihn als einen der seltensten und teuersten Kaffees der Welt, bekannt für sein Aroma und seine ölige Oberfläche.

Die Khawlani-Stämme bauen seit mehr als 300 Jahren Kaffee an und geben Fertigkeiten und Techniken an die jüngeren Generationen weiter.

Vom Samen zum Baum

Laut UNESCO-Dossier werden die Samen in mit Erde gefüllte Netzbeutel gesetzt und drei bis vier Monate im Schatten gehalten. Danach kommen die Setzlinge auf landwirtschaftliche Terrassen, die Wasser und Boden halten; bis die Früchte reifen, vergehen nach dem Pflanzen zwei bis drei Jahre.

Ernte und Schälen

Die Früchte werden von Hand gepflückt und zum Trocknen ausgebreitet. Anschließend werden sie auf einem großen, flachen Mahlstein verteilt, über den ein zylindrischer Stein gerollt wird, der die Bohne von ihrer Schale trennt, ohne sie zu zerbrechen.

Kaffee und Großzügigkeit

Kaffee steht in Saudi-Arabien für Großzügigkeit, und Gästen Bohnen vom eigenen Hof anzubieten, ist ein Zeichen von Ehre und Respekt. Anbau und Verarbeitung stärken den sozialen Zusammenhalt und eine gemeinsame Identität: Die Bauern treffen sich, um Wissen auszutauschen und anderen zu helfen, besser zu werden.

Wo er in Dschasan wächst

Dschasan ist die führende Kaffeeregion des Königreichs, vor Asir und Al-Baha. Der Anbau konzentriert sich auf die Berggouvernements Dschasans: Al-Dayer, Fifa, Al-Idabi, Harub, Al-Rayth und Al-Aridah. Im Gouvernement Al-Dayer (Bani Malik), östlich von Dschasan, findet ein touristisches Festival des Khawlani-Kaffees statt.

Förderung des Anbaus

Der Public Investment Fund gründete am 15. Mai 2022 die Saudi Coffee Company, zu deren Zielen ein nachhaltiger Kaffeeanbau in Dschasan gehört. Saudipedia nennt außerdem eine Initiative von Saudi Aramco, die ein Zentrum für saudischen Kaffee in Dschasan mit einer Kapazität von 300.000 Setzlingen pro Jahr plant; seit 2016 habe das Programm rund 200.000 Setzlinge gepflanzt und 975 Bauern unterstützt.

Das Programm Mdyaf, 2022 vom Kulturministerium für Röstereien und Cafés im Rahmen des Jahres des saudischen Kaffees gestartet, stellte den Khawlani-Kaffee in den Mittelpunkt.

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